Einführende Texte

  • Suizid bei Kindern und Jugendlichen
  • Ich weiß nicht mehr weiter
  • Alarmzeichen
  • Deutliche Signale werden oft nicht beachtet
  • So will ich nicht mehr leben 

Suizid bei Kindern und Jugendlichen

Durch Suizid sterben fast so viele Jugendliche wie im Straßenverkehr. Suizid bei Kindern und Jugendlichen ist ein tabuisiertes Thema in unserer Gesellschaft, obwohl Suizide im Kindes- und Jugendalter die zweit- bis dritthäufigste Todesursache sind.
Durch Suizid starben 2011 in Berlin insgesamt 353 Menschen, davon waren 20 unter 25 Jahren.
2011 starben in Deutschland 10144Menschen durch Suizid; 602 waren jünger als 25 Jahre.

Über Suizidversuche gibt es keine Statistik. Fachleute schätzen, dass diese Zahl bei Jugendlichen zwanzig- bis dreißigmal höher ist als die der vollendeten Suizide.

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Ich weiß nicht mehr weiter

Ein Suizidversuch ist Signal tiefer innerer oder äußerer Konflikte des Jugendlichen. Häufig ist dieser Versuch verbunden mit Beziehungsstörungen in der Familie. In dieser Notsituation geben Jugendliche oft verschlüsselte Botschaften, die widersprüchlich und nicht ohne weiteres verständlich sind. Viele Jugendliche glauben, dass sie ihre Mitmenschen schockieren, wenn sie über ihre Angst, Verzweiflung, Wut oder Scham sprechen und schweigen deshalb lieber.

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Alarmzeichen

Die Jugendlichen haben das Gefühl, in einer unerträglichen, ausweglosen Lage zu sein: Einerseits sehnen sie sich nach Hilfe, Zuwendung, Liebe und Verständnis; andererseits denken sie: "Mich versteht sowieso niemand" und fühlen sich isoliert, allein und unverstanden. Genauso widersprüchlich sind ihre Zeichen nach außen. Zum Beispiel provozieren und stören sie in der Schule, sind zu Hause aber angepaßt. Manchmal streiten sie, sind trotzig, aggressiv und brechen Beziehungen mit Freunden ab, werden ess- oder magersüchtig.

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Deutliche Signale werden oft nicht beachtet

Schlafstörungen schiebt man auf Schulprobleme, Appetitlosigkeit erklärt man vielleicht mit Wachstumsproblemen. Wenn jemand "im Spaß" oder
"nur mal so" Kreuze und Särge malt oder sagt, er wolle sich aus dem Fenster stürzen, wird man an die eigene Angst vor dem Tod erinnert und übersieht leicht die Verzweiflung des Jugendlichen. Oder man sagt:
"Wegen so was bringt man sich doch nicht um".
Auch wenn ein Jugendlicher von seinen Ängsten erzählt oder ausspricht, dass er nicht mehr leben mag, geht sein Umfeld oft nicht darauf ein. Entweder traut man sich nicht, offen darüber zu sprechen, oder glaubt, dem Jugendlichen durch Schweigen zu helfen. Mitunter ist es aber auch nicht leicht, mit einem verzweifelten Jugendlichen Kontakt aufzunehmen. Die Jugendlichen sind sehr sensibel und verletzbar und reagieren schnell abweisend. In allen Fällen ist das Ergebnis für den Jugendlichen dasselbe: Er kann sich nicht verständlich machen, er fühlt sich in seinen Ängsten und Nöten nicht ernst genommen.

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So will ich nicht mehr leben

In diesem Dilemma erscheint vielen Jugendlichen ein Suizidversuch als einzige Lösung. Der junge Mensch will die für ihn zerstörerischen Lebensumstände ändern; weil ihm dieses nicht gelingt, geht er statt dessen mit sich selbst zerstörerisch um und versucht, sich das Leben zu nehmen. "Ich will nicht mehr leben" bedeutet zugleich:
"So wie es jetzt ist, kann ich nicht mehr leben; ich möchte, dass sich was in meinem Leben ändert."
Die häufigsten Probleme Das Jugendalter ist eine Zeit des Aufbruchs, der großen Veränderungen, der Unsicherheit. Der Jugendliche muß sich neu orientieren, eine neue Identität entwickeln, die Anforderungen der Umwelt an ihn werden größer. Wenn in diesem Lebensabschnitt wichtige Beziehungen gestört sind, kann ein Jugendlicher leicht in eine lebensbedrohliche Krise geraten. Er hat keinen Halt mehr, kann sich selber nicht stützen und findet oft auch keinen Halt von außen. Konflikte zu Hause oder im Freundeskreis, Tod eines nahen Angehörigen, Trennung oder Gewalt in der Familie, zerbrochene Freundschaften, Liebeskummer, schlechte Zensuren oder Probleme in der Schule gehen oft einem Suizidversuch voraus.
  
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Das Programm 2017 (pdf)

Die nächsten Fortbildungen:

5.10.2017 und 6.10.2017
09:00 - 17:00
Borderline und Mutter sein – wie kann das gelingen? – ein Trainingsprogramm für Mütter mit Borderlinestörung
Sigrid Buck-Horstkotte, Diplom Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin (VT), Claudia Kertzscher, Diplomsozialpädagogin, Johanna Gabriel, Diplom Psychologin

13.10.2017 (ausgebucht!)
09:00 - 17:00
Suizidgefährdung bei jungen Erwachsenen - Hilfreiche Handlungsstrategien in der Betreuung
Eva Kohler, Diplom Pädagogin, Sozialtherapeutin, Leiterin TWG neuhland - Marco Saal, Diplom-Sozialpädagoge

19.10.2017 und 20.10.2017
09:00 - 17:00
Bindungsstörung als Folge von Bindungstraumen - Entstehung und hilfreiche Interventionen
Jutta Rahlf-Riermeier, Diplom Sozialpädagogin, Gestalttherapeutin

6.11.2017
09:00 - 17:00
Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen
Sibylle Löschber, Diplom Psychologin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Beratungsstelle neuhland

13.11.2017
09:00 - 17:00
Supervisions-Seminar "der schwierige Fall"
Prof. Dr. med. Ulrich Sachsse, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Universität Kassel, Autor diverser Sachbücher

16.11.2017
09:00 - 17:00 Uhr
Beratungsarbeit mit Männern
Björn Süfke, Diplom-Psychologe, Gesprächspsychotherapeut, Autor mehrerer Bücher zum Thema "Beratung von Männern"

17.11.2017
09:00 - 17:00 Uhr
Borderline - Beziehungsgestaltung unter erschwerten Bedingungen
Sigrid Meurer, Diplom Psychologin, psychologische Psychotherapeutin, Beratungsstelle neuhland

20.11.2017
09:00 - 17:00 Uhr
Einsatz von Dolmetschern in Beratung und Therapie
Claudia Kruse, Diplom-Sozialpädagogin, Gestalttherapeutin

23.11.2017 und 24.11.2017
9:00 - 17:00 Uhr
Essstörung - Chancen und Fallen im Umgang mit Betroffenen
Sylvia Baeck, Mitgründerin Dick und Dünn, Buchautorin zum Thema Essstörung

27.11.2017 und 28.11.2017
9:00 - 17:00 Uhr
Sicherheit gewinnen im Umgang mit destruktiven Seiten von Klient*innen. Oder: welchen Nutzen hat Aggression?
Claudia Ehlert, Soziologin, M. A., Supervisorin (DGSv) und Fortbildnerin mit Schwerpunkt Psycho-Traumatologie/Trauma-Pädagogik