Jugendliche Krisen

Krisen im Jugendalter 

  • Notwendigkeit jugendlicher Krisen
  • Notwendige Bedingungen zur Bewältigung von Krisen
  • Bedrohliche Krisen

Notwendigkeit jugendlicher Krisen

Die "normalen", d.h. notwendigen Prozesse der Selbstwerdung und Selbstfindung im Jugendalter sind an sich schon als eine Lebenskrise zu verstehen. Es ist eine Krise, die die zentralen Bereiche des Menschen, die Persönlichkeit oder das Selbst, zu ihrem Thema hat. Eine Krise ist als ein Prozeß zu verstehen, der sich langsam oder schnell zuspitzt. Alle Methoden und Strategien, ein Problem zu bewältigen, haben versagt oder versagen. Es kommt zu einer Ansammlung, einer Ballung verschiedener Gefühle, die als spannungsreich und unerträglich empfunden werden. Jeder Mensch erlebt solche Prozesse im Laufe der Entwicklung. Er wird dadurch gezwungen, Altes aufzugeben, da es nicht mehr weiterhilft, und neue Möglichkeiten in sich selbst und in seiner Umwelt zu entwickeln und einzusetzen.
Ursprünglich bedeutet der aus dem griechischen kommende Begriff "Krise" "Entscheidung".
Eine Krisenzeit ist eine Zeit großer Labilität, aber auch großer Offenheit für Neues, eine Zeit großer Wandlungsfähigkeit, aber auch erhöhter Anfälligkeit, Verletzlichkeit und Kränkbarkeit. Sie beinhaltet sowohl entwicklungsfördernde Momente - ist insofern ein kreativer Prozeß - als auch zerstörerische oder selbstzerstörerische Tendenzen.

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Notwendige Bedingungen zur Bewältigung von Krisen

Die Krise des Jugendalters, deren Inhalt die Erschütterung der gesamten Persönlichkeit, des Selbstwertgefühls, der äußeren Werte und Sicherheiten ist, kann nur dann erfolgreich bewältigt werden, wenn der Mensch in seinem bisherigen Leben eine innere Sicherheit und Stabilität, sozusagen einen "Selbstkern" entwickeln konnte, der dann die Basis bildet, um diese Erschütterungen aushalten zu können. Im Jugendalter werden außerdem vermehrt Anforderungen nach Selbständigkeit, Zukunftsplanung etc. durch die Umwelt, besonders durch die Eltern, an die Jugendlichen herangetragen. Die Umgebung, der Freundeskreis, aber vor allem die Beziehung zu den Eltern müssen relativ stabil, d.h. nicht grundsätzlich fragwürdig sein. Besteht die Gefahr, die Zuwendung der Eltern ganz zu verlieren, wenn die Ablösung beginnt, ist dieser Schritt kaum zu bewältigen. Die Anforderungen, die durch die weitere Umwelt, die Schule, Ausbildung, die Gesellschaft an die Jugendlichen herangetragen werden, können unter bestimmten Bedingungen zu einer Überforderung werden und zu einer weiteren Verunsicherung beitragen. Eine Schulbildung, die vor allem Leistungs-und Konkurrenzdenken fördert und weniger Gewicht auf die inneren Wachstums- und Reifungsprozesse des Individuums legt, sowie eine Gesellschaft, die mit der Umwelt und der Zukunft gleichgültig und zerstörend umgeht, kann den Heranwachsenden wenig Verständnis, Sicherheit und Mut für die Zukunft vermitteln.

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Bedrohliche Krisen

Instabile äußere und innere Bedingungen des Lebens für die Jugendlichen und die Familien, aber auch rigide und unflexible Einstellungen und Verhaltensweisen können dazu führen, dass die Entwicklungskrise sich zu einer Krise ausweitet, die die psychische und physische Gesundheit bedroht. Probleme aus der Entwicklungsgeschichte des einzelnen und auch der Familie, die bisher erfolgreich verdrängt werden konnten, kommen nun massiv an die Oberfläche, verstärken die innere Spannung und führen zum Anwachsen des Unbehagens und der Angst. Die ganze Person kann dann als grundsätzlich bedroht erlebt werden. So wird das Nachdenken über den Sinn des Lebens zu immer mehr Zweifel über sich selbst bis zur Verzweiflung über dieses Leben.
Hoffnungslosigkeit, Resignation, Wut, die nicht mehr ausgedrückt werden kann, Rückzug von anderen, Einsamkeit und zunehmende Sprachlosigkeit verdichten sich, werden zu einem inneren Chaos, das dann in einem Selbstmordversuch seinen - oft zunächst schwer verständlichen - Ausdruck findet.

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Die nächsten Fortbildungen:

3.7.2017
09:00 - 17:00
Grenzen setzen, im Kontakt bleiben
Birgit Hinsching, Dipl. Sozialpädagogin, Supervisorin DGSv

7.7.2017
09:00 - 17:00
Sexualisiertes Verhalten von Mädchen: Wie männliche Fachkräfte professionell handeln können - Fortbildung nur für Männer
Dorothea Zimmermann, psychologische Kinder- und Jugendlichentherapeutin, Traumatherapeutin, Sebastian Moritz, Diplom Sozialpädagoge, Supervisor, Systemischer Therapeut

10.7.2017
09:00 - 17:00
Kinder psychisch kranker Eltern
Ines Andre-Korkor, Psychologische Psychotherapeutin

14.7.2017
09:00 - 17:00
Möglichkeiten und Grenzen jugendlichen Drogenkonsumverhaltens in Settings der Jugendhilfe
Sabine Collmann, Diplom Pädagogin, Suchttherapeutin VDR, -Christian Geurden, Diplom Sozialpädagoge Karuna e.V.

8.9.2017
09:00 - 17:00
Das Wesen von Aggression verstehen und erfolgreich (be)handeln - Drei Ausgänge um aggressive Ausbrüche zu verhindern
Jutta Rahlf-Riermeier, Diplom Sozialpädagogin, Gestalttherapeutin

22.9.2017
09:00 - 17:00
Arbeit mit der Gruppe – Pädagogische und therapeutische Herausforderungen
Claus-Peter Rosemeier, Diplom-Psychologe, Psycholog. Psychotherapeut, Familien- und Gruppentherapeut, - Anke Rabe, Dipl. Sozialpädagogin und psychoanalytisch-interaktionelle Gruppenpsychotherapeutin

29.9.2017 und 30.9.2017
09:00 - 17:00
Ängste und Depressionen bei Kindern erkennen
Hilde Gött, Diplom Sozialpädagogin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

5.10.2017 und 6.10.2017
09:00 - 17:00
Borderline und Mutter sein – wie kann das gelingen? – ein Trainingsprogramm für Mütter mit Borderlinestörung
Sigrid Buck-Horstkotte, Diplom Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin (VT), Claudia Kertzscher, Diplomsozialpädagogin, Johanna Gabriel, Diplom Psychologin

13.10.2017
09:00 - 17:00
Suizidgefährdung bei jungen Erwachsenen - Hilfreiche Handlungsstrategien in der Betreuung
Eva Kohler, Diplom Pädagogin, Sozialtherapeutin, Leiterin TWG neuhland - Marco Saal, Diplom-Sozialpädagoge

19.10.2017 und 20.10.2017
09:00 - 17:00
Bindungsstörung als Folge von Bindungstraumen - Entstehung und hilfreiche Interventionen
Jutta Rahlf-Riermeier, Diplom Sozialpädagogin, Gestalttherapeutin