Rechtliche Aspekte

  • Die Selbsttötung
  • Die Teilnahme (Anstiftung oder Beihilfe) an einer Selbsttötung
  • Nicht Einschreiten bei einem Selbsttötungsversuch – Tötung auf Verlangen durch Unterlassen
  • Selbsttötung und unterlassene Hilfeleistung

Die Selbsttötung

Eine Person die einen Selbsttötungsversuch begeht, wird in Deutschland nicht strafrechtlich verfolgt. Die Selbsttötung stellt keine Straftat dar.

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Die Teilnahme (Anstiftung oder Beihilfe) an einer Selbsttötung

Teilnahmehandlungen, wie beispielsweise die moralische Unter-stützung oder das Besorgen von Hilfsgegenständen wie einem Strick sind nicht strafbar. Sobald der „Helfer“ jedoch einen Teil der Suizidhandlung übernimmt, macht er sich strafbar. Beispiele hierfür können das Verabreichen von Gift oder das Abfeuern der Waffe sein. Diese Taten erfüllen den Tatbestand der „Tötung auf Verlangen“.
Eine Straftat besteht zudem, wenn eine Person eine andere zu einer Selbsttötung durch Bedrohung zwingt oder sie durch eine Täuschung dazu veranlasst. Der Suizidwunsch muss selbstständig und eigenverantwortlich entstanden sein.

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Nicht Einschreiten bei einem Selbsttötungsversuch – Tötung auf Verlangen durch Unterlassen

Die Möglichkeit sich der Tötung auf Verlangen durch Unterlassung strafbar zu machen besteht nur, wenn eine Garantenpflicht (z.B. Angehörige, Betreuer, Ärzte etc.) besteht. (Bei einer fehlenden Garantenpflicht besteht nur die mögliche Strafbarkeit aufgrund unterlassener Hilfeleistung.)
Der Tötung auf Verlangen durch Unterlassung macht sich eine Person nur dann strafbar, wenn der Suizidant die „Tatherrschaft“ über die Situation verliert. D.h. wenn der Suizidant, beispielsweise durch Bewusstlosigkeit, handlungsunfähig geworden ist. In so einem Fall wird von der anderen Person erwartet Hilfe zu leisten und den Tod des Suizidanten abzuwenden.

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Selbsttötung und unterlassene Hilfeleistung

Im Allgemeinen ist man in einem Unglücksfall zur Hilfeleistung verpflichtet sofern diese Hilfe zumutbar ist. Da bei einem Selbsttötungsversuch nicht direkt von einem Unglück gesprochen werden kann (zumindest nicht davor, da dieser im Regelfall geplant wurde) ist es umstritten inwieweit man sich der unterlassenen Hilfeleistung strafbar macht, wenn man nicht einschreitet. Da keine eindeutige Regelung in Deutschland vorliegt, ist eine Anklage aufgrund unterlassener Hilfeleistung nicht auszuschließen.

Quelle: www.123recht.net Stand: 08.01.2007

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