Mobbing

Du klickst vielleicht auf diese Seite, weil Du Dich fragst, ob das,
was Du gerade z.B. in Deiner Klasse oder an Deinem Arbeitsplatz
wahrnimmst oder das, an dem Du auf irgendeine Weise beteiligt bist,
schon Mobbing ist. Und obwohl es in aller Munde ist und Du sehr wahrscheinlich schon viel davon gehört oder selbst erlebt hast, fragst Du Dich vielleicht, ob das nicht eigentlich ganz normale Konflikte sind, wie sie beispielweise in der Schule alltäglich vorkommen. Deswegen ist es vielleicht hilfreich, dass Du hier gelandet bist. Allein dadurch, dass Du Dir darüber klarer werden willst, kannst Du dazu beitragen, an der quälenden Situation etwas zu verändern.

Denn Mobbing ist ein Zusammenwirken von Tätern und Opfern, Mitschülern und Lehrern, Gruppen und Einzelnen, die alle einen Teil dazu beitragen, dass jemand durch hinterhältige Anspielungen, Verleumdungen, Demütigungen, Drohungen, Quälereien oder sexuelle Belästigungen fertig gemacht werden kann (engl. mobbing = anpöbeln, fertigmachen).

 

Es gibt die Angreifer, die aus Langeweile, Anerkennungsdruck, Frust oder einfach nur aus allgemein menschlichem Neid, Missgunst oder Böswilligkeit mit mehr oder weniger systematischen Angriffen, das Ziel verfolgen, eine Mitschülerin oder einen Kollegen fertig zu machen.
Solche Angriffe richten sich auf:

 

  • die Möglichkeiten sich mitzuteilen (z.B. durch Einschüchterung in Form von ständiger Kritik, abwertende Blicke, mehr oder weniger offene Drohungen)
  • die sozialen Beziehungen (z.B. indem man wie Luft behandelt wird, der Kontakt zu anderen Mitschülern mit Drohungen verhindert wird)
  • das soziale Ansehen (z.B. werden Gerüchte verbreitet, irgendein individuelles Merkmal wird herausgegriffen und lächerlich gemacht, Demütigungen durch öffentliche Beschimpfungen oder sexuelle Belästigungen)

 

Dazu gehören Mitschülerinnen oder Kollegen, die mitmachen oder wegschauen. Vielleicht sind sie erst einmal froh, nicht zu den Opfern zu gehören. Sie sind wahrscheinlich erleichtert auf diesem Wege dazuzugehören, zu denen, die in der Klasse oder am Arbeitsplatz was zu sagen haben. Oft ist die Angst davor die sichere Seite zu verlieren so groß, dass völlig ausgeblendet wird, was dem Mitschüler oder der Kollegin angetan wird.

Dazu gehören in der Schule die Lehrer, die diese Probleme in der Klasse entweder nicht sehen oder herunterspielen. Vielleicht wissen sie nicht, wie sie damit umgehen sollen oder sie finden es wichtiger, dass ihr "Kasten" nach außen sauber bleibt ("in meiner Klasse gibt es so was nicht").

Dann gibt es natürlich die Angegriffenen, die dadurch nicht selten in eine Situation kommen, in der sie völlig vereinsamt, ausgeschlossen und ohne jeden Fürsprecher sind, teilweise so verunsichert, dass sie an ihrer eigenen Wahrnehmung zweifeln ("wenn das alle sagen, dann wird da ja was dran sein"). Gerade dadurch, dass die Angreifer ihre Gründe im dunkeln lassen, entsteht eine Atmosphäre der Verschwörung auf die der Angegriffene mit
Verwirrung reagiert, was dann die Mitschüler wiederum belustigt. Es entsteht ein Teufelskreis zunehmender Verunsicherung mit zum Teil massiven psychischen und physischen Folgen. Zunächst treten Konzentrations- und Gedächtnisstörungen auf. Das Denken kreist zunehmend um die erlittenen Quälereien. Daraus können sich Identitäts- und Selbstwertkrisen oder einfach Erschöpfungs- und Versagenszustände ergeben: Die Folge sind nicht selten ein Einbruch in den schulischen Leistungen, bei besonders schwerwiegendem Mobbing
kommt es sogar zu Suizidversuchen.

Jetzt wirst Du Dich vielleicht fragen: was mache ich denn mit dem was ich jetzt mehr weiß oder schon gewusst habe? Ich hoffe, dass deutlich geworden ist, dass Mobbing keine Spielerei ist und das es nicht nur Täter und Opfer gibt und dass es nicht reicht zu sagen, die Opfer müssen halt selbstbewusster sein oder die Täter müssen von der Schule fliegen, sondern dass es ein Zusammenspiel von allen
Beteiligten ist, bei allem Verständnis für die Ängste, auch die, die "nur" zuschauen, die mitlachen, die wegschauen.

Solltest Du Opfer von Mobbing sein, dann suche Dir Rückhalt und Unterstützung bei Verbündeten in Deiner Klasse und sichere Dir Zeugen für die Übergriffe. Wende Dich an Eltern oder Lehrer, um aus dieser Umklammerung rauszukommen oder sprich zumindest mit Mitschülern, bei denen Du ähnliche Erfahrungen vermutest. Gibt es niemand, mit dem Du über Deine Situation sprechen kannst, hol Dir professionelle Hilfe z.B. in einer Beratungsstelle.

 

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Fax: 030 / 417 28 39 19
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